
In die neue Welt einzureisen ist nicht mehr so einfach. In Los Angeles bei der Einreise wurde ich nach dem ersten Check gleich in mehreren Interviews, getrennt von Lou, Linda und Nele, in einem wirklich nicht nettem Ton verhört. Dann wurde mir eröffnet, dass ich mich mit einem als gestohlenen gemeldeteten Reisepass in die USA einreisen wollte. Eine Anfrage beim Bundeskriminalamt hat dies nochmals bestätigt und irgendwie sah ich uns schon zurück nach Fidschi fliegen (nicht mal die schlechteste Lösung) oder mich ein paar Tage in einem nicht ganz so sonnigen kalifornischen Gefängnis sitzen. Nachdem mich das halbe Department Customs and Immigration interviewt hatte und lange über meine Nase und Ohren diskutiert wurde, kam man dann wohl doch zu dem Schluß, dass die Tarnung mit Frau und zwei Kindern und unsere gesammelten Unterlagen inkl. Hochzeitszertifikat von den Cook Inseln nicht dem üblichen Muster der Al Kaida entspricht und völlig unerwartet hatte ich plötzlich einen Stempel im "ungültigen und geklautem" Reisepass mit einmaliger Einreisegenehmigung (das war es dann wohl mit Kanada!). Noch am selben Tag rückte die deutsche Polizei an unserem geliebten Kaiserplatz in München an, um den angeblich in den USA inhaftierten Herrn Dietmar Windemuth (so wurde es unseren Nachbarn geschildert) ausfindig zu machen. Zu dieser Zeit hatten wir allerdings schon auf den Schrecken erstmal einen kalifornischen Wein geöffnet und der war gar nicht so schlecht. Warum das Ganze, wir haben keine Ahnung, liegt wohl nach Auskunft des Konsulates in San Francisco an einer Fehlinformation der deutschen Passbehörde. Wie wir allerdings mit einem über Interpool gesuchten und gestohlenem Reisepass die halbe Welt bereisen konnten, bleibt wohl immer ein Rätsel.
Welcome in the USA!
Die Westküste von Los Angeles bis San Francisco
Nach 11 Stunden im Flugzeug und der ganzen überflüssigen Aktion mit dem amerikanischen Zoll, stehen wir jetzt am Flughafen von LA und wissen gar nicht so recht wie es jetzt weitergeht. Eigentlich hatten wir die USA nur als Durchreise für ein paar Tage nach Kanada gesehen, jetzt sieht es nicht so aus als wäre eine Ausreise und damit eine nochmalige Einreise wieder möglich, so das wir einen Monat in den USA verbringen "müssen" oder dürfen.
Los Angeles haben wir an einem halben Tag abgehakt, war uns nach dem ganzen Theater am Flughafen einfach zu viel, und sind gleich für 4 Tage nach Santa Barbara gefahren, einem mondänem Vorzeigestädtchen an der Küste nördlich von LA, ganz im mexikanischen Stil gebaut, umrahmt von Weinbergen und langen Sandstränden. Hier sind wir erstmal der Konsumwelt erlegen und haben neben einem Reiseführer für Kalifornien auch gleich die Kleiderschränke wieder etwas aufgefüllt, und uns dabei schnell wieder an das Münchner Preisniveau gewöhnt. Neben schicken Cafes, teuren Restaurants und Flaniermeilen gab es auch wieder jede Menge Tiere zu sehen. Ganz besonders waren die Mädels von den Blau- und Buckelwalen angetan, die sich im erschreckend kalten Pazifik anscheinend sehr wohlfühlen. Weitere drei Tage haben wir auf dem Weg nach San Francisco in Orten des Wohlstandes wie Carmel by the sea und Monterey verbracht.
San Francisco
Das Auto stehen lassen und sich in dieser faszinierenden Stadt treiben lassen ist wohl der beste Weg, diesen von Wasser eingeschlossenen 7 x 7 Meilen großen Landstreifen voller viktorianischer Stadthäuser und Stadtparks auf unzählige Hügel verteilt, zu erkunden. Irgendwie ist San Francisco anders als wir Amerika zu kennen glauben und wir haben uns dort für 4 Tage sehr wohl gefühlt.
Sonoma Wine Country und Napa Valley
Auf Samoa hatten wir Rosey und Gino, ebenfalls auf honeymoon, auf einem Inselausflug kennengelernt und kurz darauf waren wir auch schon eingeladen einige Tage bei Ihnen zu verbringen. Praktischerweise wohnen die zwei im Wine Country nördlich von San Franciscoe und Rosey arbeitet auch noch auf einem Weingut im Nappa Valley. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, standen wie abgesprochen vor der Tür und wurden so herzlich empfangen und verwöhnt. Diese wunderschönen Tage, die wir im Haus von Rosey und Gino verbracht haben waren ein absolut unvergesslicher Höhepunkt und die Zeit verging wie im Flug. Wir hätten Wochen dort verbringen können und möchten uns ganz besonders bedanken natürlich bei Rosey und Gino für so viel Gastfreundschaft, Jessica und Sam für Ihren tollen Wein und eine fantastische Küche und Lisa und Scott für Ihre spontane Einladung ebenfalls bei Ihnen einige Tage zu verbringen. Thanks so much for all and hopefully see you in 2010 in Munich or in Italy!
Shasta County
Auch wenn es dem vor langen Jahren geborenen Traum, mit dem Segelboot die Welt zu erkunden, kaum nahe kommt, hat es wahnsinnig Spaß gemacht auf unserer "Dicken Reise" für 4 Tage Kapitän auf dem eigenen Schiff zu sein. Das ganze auf dem Shasta Lake bei 40 Grad im Hinterland von Kalifornien auf einem Stausee mit Badewannentemperatur. Neben Rehen und leider nicht gesehenen Bären gibt es hier sogar schwimmende Klohäuschen.
Nordkalifornien
Vom heißen Inland (direkt an brennenden Wäldern vorbei) geht es zurück an die Küste mit der natürlichen Klimaanlage des ca. 15 Grad kalten Pazifiks. Die wunderschöne Gegend ist sehr rau, etwas mystisch, voller Nebel und ziemlich kalt. Wir bleiben drei Nächte in dem ehemals von Hippies bevölkertem Mendocino. Heute ist dieser tolle Ort bis auf Ausnahmen (die ergrauten drei Herren auf dem Photo stehen schon seit 2 1/2 Jahren an der Straße) eher edel und liberal. Beeindruckt während zwei weiterer Tage im Point Reyes National Park haben uns die Redwoodwälder in denen wir uns wie Zwerge vorkamen, Elche und die endlose schroffe einsame Küste.
Santa Cruz
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Eine dicke Reise
